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Den richtigen Weg finden
Kurs 2 (1/4 Seiten) << | >> "Hast du das schon gehört?" Susi war ganz atemlos. "Was soll ich denn gehört haben?", fragte Michael seine Freundin. Er und sein Klassenkamerad Carsten saßen gerade bei den Schularbeiten. "Da hat sich ein Junge in einem Wald nördlich von Kassel verlaufen und nicht wieder herausgefunden." Susi schüttelte ihren Kopf. "Und er war schon zehn Jahre alt, genauso alt wie wir."
"Bestimmt war er kein Pfadfinder", meinte Michael, "sonst hätte er gewusst, wie man sich dann verhalten muss." Susi nickte. "Also, mir wäre dass nicht passiert." "Wieso nicht?", wollte Carsten wissen. "Bei den Pfadfindern haben wir gelernt, wie man sich im Wald zurechtfinden kann. Außerdem ist jeder Wald einmal zu Ende. Man muss also nur immer geradeaus laufen. Dann findet man heraus." "Und was ist, wenn du im Kreis läufst?", fragte Carsten voller Zweifel. "Im Fernsehen laufen die Leute auch im Kreis, wenn sie sich im Wald oder in der Wüste verirrt haben." "Im Fernsehen!", lachte Susi. "Das ist doch nur ein Film! In Wirklichkeit ist es gar nicht so schwer, immer geradeaus zu gehen. Wir haben da unsere Tricks. - Außerdem wissen Pfadfinder, wie man die Himmelsrichtung herausfindet." "Und wie findet man sie heraus?" "Wenn du einen Baumstumpf findest, kannst du zum Beispiel sehen, dass die Jahresringe auf der einen Seite dicker sind. Das ist die Südseite des Baumes." "Warum?" "Um zwölf Uhr mittags steht die Sonne genau im Süden. Sie ist dann ja wärmer, als morgens oder abends. Der Baum wächst also auf der Südseite stärker, weil die Sonne wärmer darauf scheint. Deshalb sind auch die Jahresringe an dieser Stelle dicker", erklärte Susi. "Aha." Carsten war sichtlich beeindruckt.
"Bei uns kommt der Wind und damit auch der Regen oft aus dem Nordwesten", fuhr Susi fort. "Deshalb sind einzeln stehende Bäume auf der Nordwestseite meistens grün. Das kommt vom Moos." "Außerdem kann man die Himmelsrichtung mit Sonne und Uhr bestimmen", mischte sich jetzt auch Michael ein. Und an den Sternen kannst du nicht nur die Himmelsrichtung, sondern auch die Uhrzeit ablesen." "Und das ist längst nicht alles", ergänzte Susi. Carsten staunte nicht schlecht. "Woher wisst ihr das denn alles?" |